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Röthis hat erstmals mehr als 2000 Einwohner

Nachdem die Bevölkerungsentwicklung entgegen dem Trend in der restlichen Region Vorderland- Feldkirch in Röthis seit 2001 rückläufig war, stieg seit 2014 die Anzahl der Personen, die in Röthis ihren Hauptwohnsitz haben, kontinuierlich an. Anfang Februar wurde nun erstmals in der Geschichte der Gemeinde Röthis die Grenze von 2000 Einwohnern überschritten.

Die rückläufige Entwicklung von 2001 (1997 Einwohner) bis 2014 (1846 Einwohner) war sowohl auf eine negative Geburtenbilanz als auch negative Wanderungsbilanz zurückzuführen. Besonders stark war die Abwanderung von 20-25 Jährigen Röthnerinnen und Röthner. Dies hat u.a. mit Bildungsmigration aber auch mit nicht-verfügbarem Wohnraum zu tun. Durch die realisierten Wohnbauprojekte der letzten 5 Jahre konnte dieser Trend nun gedreht werden.

Der Rankweiler Johannes Herburger hat sich in seiner wissenschaftlichen Tätigkeit mit der Bevölkerungsentwicklung im Walgau und im Vorderland auseinandergesetzt. Er hat sowohl für die Region als auch für jede einzelne Gemeinde Daten erhoben und analysiert. Die höchst interessanten Ergebnisse sind auf der Vorderland Homepage veröffentlicht.

https://www.vorderland.com/topaktuell/die-bevoelkerungsentwicklung-in-der-region

 

Der folgende Abschnitt ist dem von ihm verfassten Steckbrief zur Bevölkerungsentwicklung der Gemeinde Röthis entnommen:

Johannes Herburger, 2015 (e: johannes.herburger@hotmail.com)

Die allgemeine Bevölkerungsentwicklung der Gemeinde Röthis verlief bis 2001 deutlich über dem Landes- bzw. Regionsniveau. Vor allem zwischen 1961 und 1981 hob sich die Bevölkerungszunahme der Gemeinde von den Vergleichsregionen ab. In diesem Zeitraum stieg die Einwohnerzahl von 1.157 auf 1.860, was einer Zunahme von knapp über 60% entspricht. Von 1981 bis 2001 stieg die Einwohnerzahl abgeschwächt um etwa 140 EinwohnerInnen an und erreichte 2001 einen Höchststand mit 1.997. Insgesamt konnte Röthis im Vergleichszeitraum 1951 bis 2015 seine Einwohnerzahl etwa verdoppeln.

Seit 2001 ist die Einwohneranzahl allerdings rückläufig, was im Wesentlichen auf die negative Wanderungsbilanz zurückzuführen ist. Zwar hatten auch andere Gemeinden mit negativen Wanderungsbilanzen zu kämpfen, doch im Fall von Röthis war auch die Geburtenbilanz negativ ausgeprägt. Die negative Wanderungsbilanz ist primär auf die Abwanderungsbewegungen innerhalb Vorarlbergs sowie nach Wien und Tirol begründet. Die Gründe dafür sind vielfältig und reichen von Bildungsmigration bis zu nicht-verfügbarem Wohnraum.

Dieses Wanderungsverhalten hat auch Auswirkungen auf die Bevölkerungsstruktur, was an den unterdurchschnittlich ausgeprägten Altersgruppen der Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen erkannt werden kann. Dies hat auch negative Konsequenzen auf die Haushaltsstruktur, da es in Röthis überdurchschnittlich viele Single- und Paarhaushalte gibt, die in überdurchschnittlich großen Wohnungen leben. Das bedeutet, dass es zu einer Unternutzung größerer Wohneinheiten kommt, da die Kindergeneration aus dem elterlichen Haushalt ausgezogen ist und sich größtenteils selbst ein Einfamilienhaus errichtet hat, oder ganz aus Röthis weggezogen ist.

Konsequenterweise sollten neue und innovative Formen zur Um- und Nachnutzung von leerstehenden und untergenutzten Gebäuden entwickelt werden, um so ein Angebot für neue Bevölkerungsgruppen zu schaffen.