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Frutzkonkurrenz investiert in Hochwasserschutz

Der Wasserverband „Frutzkonkurrenz“, an welchem die Gemeinde Röthis mit 10,35% beteiligt ist, wird den Ratzbach im Bereich der neuen Brücke an der L 190 auf einer Länge von rund 400 Metern erweitern, um den Hochwasserschutz zu verbessern.

Das Flussbett wird um rund neun Meter verbreitert. Zudem entsteht eine Niederwasserrinne in der Breite von ein bis zwei Metern. Eine solche Niederwasserrinne ist eine Absenkung, welche bei niedrigem Wasserstand das Wasser kompakt ableitet und den Wasserlebewesen genügend Wassertiefe bietet.

Die Arbeiten werden voraussichtlich von Oktober 2018 bis Ende 2019 dauern.

Zu einer Überschwemmung des Ratzbachs kam es zuletzt im August 2005. Damals wurde das angrenzende Betriebsgebiet mit rund 18.000 Kubikmetern Wasser überflutet. Besonders stark betroffen war das Unternehmen Weiler Möbel. Aufgrund dieses Ereignisses wurden mehrere Variantenstudien erstellt, welche die Möglichkeiten zur Bewältigung erhöhter Wassermengen untersuchte. Entschieden wurde letztlich, die Brücke neu zu bauen und höherzulegen sowie das Flussbett zu erweitern.

2015 wurde mit dem Neubau der Brücke begonnen. Die Fertigstellung erfolgte 2016. Im Zuge dieser Arbeiten wurden zudem drei Niederwassergerinne mit einer Breite von 1,50 Metern und einer Tiefe von 50 Zentimetern errichtet. Die nun anstehende Erweiterung des Flussbetts ist der nächste Schritt, um für ein 100-jähriges Hochwasserereignis gerüstet zu sein.

Die Baukosten für den Hochwasserschutz am Ratzbach – inklusiv dem 50-Prozent-Anteil am Neubau der Ratzbachbrücke – betragen 1,9 Millionen Euro. Rund 80 Prozent davon finanzieren Bund und Land, knapp 20 Prozent übernimmt der Wasserverband „Frutzkonkurrenz“. Im Wasserverband zusammengeschlossen sind die Gemeinden Rankweil, Meiningen, Koblach, Weiler, Klaus, Sulz, Röthis und Zwischenwasser.

Nach den Starkregen- und Hochwasserereignissen vom August 2005 mit landesweit katastrophalen Auswirkungen ist auch die raumplanerische Sicherung potenzieller Retentionsflächen wieder in den Vordergrund gerückt. Zur Verbesserung der räumlichen Voraussetzungen für den Hochwasserschutz im Rheintal wurde von der Raumplanungsabteilung des Landes deshalb die "Blauzone Rheintal" konzipiert.

Das Land Vorarlberg hat mit der Festlegung von überörtlichen Freiflächen zum Schutz vor Hochwasser im Rheintal“ (Blauzone) die Erhaltung und Sicherung von Flächen für den Hochwasserabfluss oder –rückhalt umgesetzt. Von dieser Maßnahme ist auch die Gemeinde Röthis betroffen. Die als Blauzone ausgewiesenen Flächen müssen als Freifläche-Freihaltegebiet (FF) gewidmet werden und sind somit von einer Bebauung freizuhalten.